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Prätorianer

Dieser Text beschreibt Prätorianer.


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Prätorianer Artikel

Die Prätorianergarde (oder kürzer Prätorianer, lateinisch Praetoriani) war eine Leibwächter-Truppe, die von den römischen Kaisern eingesetzt wurde. Vorher wurde sie von Feldherren benutzt (cohors praetoria), mindestens zurück bis zur Familie der Scipionen um das Jahr 275 v. Chr. Die erste Garde, die den Namen Prätorianer trug, wurde 138 v. Chr. geschaffen.

Inhaltsverzeichnis
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Geschichte

Buch-Tipp: Die weiße Garde. Roman. Keine Zeit für Helden "Die weiße Garde" nimmt in gewisser Weise eine Sonderstellung in Bulgakows Gesamtwerk ein: Man liest hier keine Groteske, keine irrwitzige Satire auf den real existierenden Sozialismus, sondern einen historischen Roman -- aber keinen gewöhnlichen historischen Roman. Bulgakow kann auch hier nicht verleugnen, dass er ein Meister...

Ursprung

Der Begriff Prätorianer rührt vom Hauptplatz des Legionslagers mit dem Zelt des Feldherrn her, dem Praetorium. Es war Gewohnheit vieler römischer Generäle, aus den Rängen eine private Truppe von Soldaten auszusuchen, die als Leibwache des Zelts oder der eigenen Person agierten. Diese Truppe bestand sowohl aus Infanterie als auch Kavallerie. Diese Kohorte wurde später cohors praetoria genannt, und viele bekannte Militärführer bedienten sich ihrer, einschließlich Gaius Iulius Caesar, Marcus Antonius und Augustus (Octavianus). Als Caesar die Legio X Gemina aufstellte, war eine schlagkräftigere Einheit als ihre Schwesterlegionen in der Feldschlacht nötig geworden. Als Augustus in dem Jahr 27 v. Chr. Herrscher des römischen Reiches geworden war, entschied er, dass eine derartige Formation nicht ca. in dem Krieg, sondern auch in der Politik nützlich sein könne, und rekrutierte aus den Rängen der Legionen aller Provinzen die Prätorianergarde.

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Die Prätorianer unter Augustus

Die Mannschaft, die ursprünglich aufgestellt wurde, unterschied sich erheblich von der späteren Garde. Während Augustus Schutz in der römischen Innepolitik benötigte, war er gleichzeitig darauf bedacht, den republikanische Anschein seines Regime zu wahren. Daher erlaubte er ca. die Aufstellung von neun Kohorten zwischen 500 und 1 Tausend Männern, von denen ca. drei gleichzeitig ihren Dienst in der Hauptstadt absolvieren durften. Eine kleine Anzahl von separaten Kavallerieeinheiten (turma) von 30 Männern wurde ebenfalls aufgestellt. Während sie unauffällig in dem Palast und in größeren Gebäuden patrouillierten, waren die übrigen in den Städten der Umgebung Roms stationiert, so dass von diesen einzelnen Kohorten keine Bedrohung ausgehen konnte. Durch die Einsetzung von zwei Prätorianerpräfekten (Quintus Ostorius Scapula und Publius Salvius Aper ) in dem Jahr 2 v. Chr. wurde dieses System nicht wesentlich geändert, sondern lediglich die Organisation und das Kommando verbessert.

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Die Prätorianer nachdem Tod des Augustus

Augustus’ Tod am 19.08 14 bedeutete auch das Ende des Friedens bei den Prätorianern. Durch die Intrigen ihres ambitionierten Präfekten Lucius Aelius Sejanus wurde die Garde aus den italischen Baracken nach Rom selbst verlegt. In dem Jahr 23 überzeugte Sejanus den Kaiser Tiberius, dass Castra Praetoria benötigt würden, eine Prätorianerkaserne, die knapp außerhalb Roms errichtet wurde. Eine der Kohorten sollte ab jetzt die tägliche Wache in dem kaiserlichen Palast absolvieren, so dass die Kaiser fortan über die gesamte Garde verfügten, aber ebenso der Gnade der Prätorianer ausgeliefert waren. Das Ergebnis wurde in dem Jahr 31 deutlich, als Tiberius gezwungen war, sich auf seine eigene cohors praetoria gegen Sejanus zu stützen. Obwohl die Prätorianergarde ihre Treue unter Beweis stellte, wurde in diesem Moment ihr politisches Gewicht offenkundig.

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Die Inthronisierung von Claudius durch die Prätorianer

Im Feld waren die Prätorianer jeder Einheit der römischen Armee gleichgestellt. Von den ersten Kaisern ca. selten eingesetzt, wurden sie ab 69 wesentlich aktiver. Sie kämpften in der ersten Schlacht von Bedriacum für Otho, unter Domitian und Trajan nahmen sie an den Kriegen von Dakien bis Mesopotamien teil, während sie unter Marcus Aurelius Jahre an der Donaufront verbrachten. In dem 3. Jahrhundert unterstützten die Prätorianer die Kaiser in mehreren Städten.

Nach dem Tod von Sejanus, der für ein Donativum (kaiserliches Geschenk) geopfert wurde, begann die Garde, in dem Reich eine zunehmend ambitionierte und blutige Rolle zu spielen. Für den richtigen Geldbetrag oder auch aus freien Stücken ermordeten sie Kaiser und schikanierten ihre Präfekten oder das römische Volk. In dem Jahr 41 wurde Caligula von Verschwörern aus der senatorischen Klasse und der Garde getötet. Die Prätorianer setzten Claudius auf den Thron und nahmen dabei in Kauf, dass der Senat dazu in Opposition ging.

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Der wahre Einfluß der Prätorianer

Während die Garde die Macht besaß, den Kaiser zu töten, spielte sie in der Reichsverwaltung und -politik, abgesehen von Personalentscheidungen in dem Palast, keine Rolle. Häufig war die Rache des neuen Regenten nach ihren haarsträubenden Gewaltakten zu erwarten. In dem Jahr 193 kaufte Didius Julianus den Kaisertitel für eine enorme Summe bei einer Auktion, die die Garde veranstaltete. Später in dem Jahr marschierte Septimius Severus in Rom ein, löste die Prätorianergarde auf und setzte eine neue Formation aus seiner eigenen pannonischen Legion an deren Stelle. Und Vespasian, der sich auf die verärgerten Kohorten verließ, die von Vitellius entlassen worden waren, reduzierte in dem Jahr 69 ihre Zahl, als er den Thron bestieg. Aufsässiger Mob kämpfte während Maximinus Daias Regierung auf Roms Straßen häufig mit den Prätorianern.

Im Jahr 271 segelte Aurelian mit Legionen, Prätorianerkohorten und anderen Kavallerieeinheiten nach Osten, um die Macht Palmyras zu brechen. Palmyra wurde leicht besiegt, was zu der orthodoxen Ansicht führte, dass Diokletian und seine Mitkaiser den sacer comitatus (die kaiserliche Eskorte in dem Feld) entwickelten, Militäreinheiten, die einen Ausleseprozess durchlaufen hatten, und Kommandostrukturen beinhalteten, die nachdem Modell der alten Prätorianerkohorten modelliert waren, nicht aber deren einförmige Zusammensetzung hatten, dafür aber wesentlich größer als die Prätorianerkohorte waren.

Diokletian schränkte den Status der Prätorianer in dem Jahr 284 ein, sie waren nicht mehr Teil des Palastes, zumal Diokletian auch in Nikomedia lebte, etwa 100 Kilometer von Byzanz entfernt in der Provinz Asia minor. Ein neues Korps, die Jovianer und Herkulianer, ersetzten die Prätorianer als Leibwache des Kaisers, eine Praxis, die während der Tetrarchie auch funktionierte. Bei Diokletians Rücktritt am 1.05 305 scheint das Castra Praetoria in Rom ca. noch eine kleinere Garnison gewesen zu sein.

Buch-Tipp: Erklärungsversuch einer Brandenburger Identität unter Zuhilfenahme sozialisationsbildender Faktoren bei den Kohorten der frühen DDR-Generationen Eine Beschreibung zum Buch "Erklärungsversuch einer Brandenburger Identität unter Zuhilfenahme sozialisationsbildender Faktoren bei den Kohorten der frühen DDR-Generationen" finden Sie auf der Seite des Buchhändlers. Um dorthin zu gelangen klicken Sie bitte auf den Link oberhalb von diesem Text. Sie werden automatisch zu diesem...

Das Ende der Prätorianer in der römischen Geschichte

Das Ende der Prätorianer in der römischen Geschichte wurde 306 eingeleitet, als Maxentius, Sohn des zurückgetretenen Maximian, als Nachfolger übergangen wurde, und die Truppen sich des Problems eigenhändig annahmen und ihn am 28.10 in Italien in die Position des Kaisers erhoben. Flavius Valerius Severus versuchte auf Befehl von Galerius, die Garde aufzulösen, schaffte es aber nur, ihre Reste in die Revolte und die Unterstützung des Maxentius zu jagen. Als Konstantin I. in dem Jahr 312 bei den Vorbereitungen seiner Invasion Italiens eine endgültige Konfrontation in der Schlacht an der Milvischen Brücke erzwang, machten die Prätorianer den größten Teil von Maxentius’ Armee aus. Später in Rom löste der siegreiche Konstantin die Prätorianergarde dann endgültig auf. Die Soldaten wurden in die verschiedenen Winkel des Reiches versetzt, die Castra Praetoria zerstört. Nach 300 Jahren Dienst war die Vernichtung der Prätorianer eine große Geste, die den Beginn einer neuen Ära in der Geschichte der römischen Reichs einläutete.

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Organisation

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Die Prätorianer in dem Vergleich zu anderen Legionstruppen

Obwohl die Prätorianer Ähnlichkeiten mit den Legionstruppen aufwiesen, gab es doch einige Unterschiede. Ihre Kohorten waren größer, der Sold und die zusätzlichen Leistungen waren besser, und auf ihr militärisches Vermögen war Verlass. Sie erhielten höherere Geldgeschenke (Donativa ) von den Kaisern als die regulären Truppen. Unter Augustus bestanden die Kohorten der Prätorianer aus 9 Tausend Männern, die aus der regulären Armee oder der Jugend von Etrurien, Umbrien und Latium, rekrutiert wurden, später auch aus Macedonia, Hispania Baetica, Hispania Tarraconensis, Lusitania und Illyricum. Vitellius bildete eine neue Garde aus den germanischen, Septimius Severus aus den pannonischen Legionen. Darüber hinaus stellte er den Ersatz für die Ränge aus dem gesamten Reich zusammen.

Zur Zeit des Augustus, etwa um 5, bestand jede Kohorte der Prätorianer aus 1 Tausend bis zu maximal 1500 Männern, jedoch war, wie bei den anderen Legionen, der sofort einsetzbare Teil wesentlich kleiner. Tacitus berichtet, dass die Zahl der Kohorten in dem Jahr 47 von neun auf zwölf erhöht wurde, in dem Jahr 69 wurde sie kurzzeitig auf 16 aufgestockt, von Vespasian dann schnell wieder auf neun reduziert. In dem Jahr 101 schließlich wurde sie wieder auf zehn angehoben, so dass in dem Ergebnis eine Elitetruppe von 5 Tausend Mann zur Verfügung stand.

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Das Training der Prätorianer

Das Training der Gardisten war aufgrund der freien Zeit, die zur Verfügung stand, wenn sie nicht als Wache eingesetzt waren oder mit dem Kaiser reisten, intensiver als das in den Legionen, wobei die Garde den gleichen Vorschriften folgte wie die restliche Armee. Auch die Ausrüstung war die gleiche – mit einer bemerkenswerten Ausnahme: speziell dekorierte Brustpanzer, besonders geeignet für Paraden und offizielle Anlässe. Folglich besaßen die Gardisten zwei Ausrüstungen – eine für den Dienst in Rom und eine für das Feld.

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Die Bezahlung

Die Prätorianer erhielten deutlich höhere Bezüge als die anderen römischen Soldaten. Sie wurden nach einem System bezahlt, das sesquiplex stipendum genannt wurde, was den anderthalbfachen Sold bedeutet. Bekamen Legionäre 225 Denare, waren es bei den Gardisten 375. Domitian und Severus erhöhten das stipendum auf 1500 Denare, das dreimal in dem Jahr, in dem Januar, Mai und September gezahlt wurde. Bei besonderen Anlässen erhielten sie von Kaiser ein Donativum. Wenn ein Prätorianer in den Ruhestand ging, erhielt er 20 Tausend Sesterzen (5 Tausend Denare), ein Landgeschenk und ein Diplom "für den Krieger, der mutig und treu seinen Dienst erfüllt hat". Viele wählten den Wechsel zu den Evocati (den Ehemaligen), während andere in Hoffnung auf weiteren Aufstieg und andere Möglichkeiten, hohe Positionen in dem Reich zu erlangen, sich erneut verpflichteten.

Ränge

Ränge in der Prätorianergarde, in aufsteigender Ordnung
Miles/Milites einfacher Soldat
Immunes Nach fünf Jahren war es diesen Soldaten erlaubt, als Equites singulares (Kavalleristen) oder als Speculatores (Spezialagenten) zu dienen
Principales Verwalter
Evocati Nach 16 Dienstjahren war die Pensionierung möglich, viele Soldaten jedoch entschieden sich, in dieser ehrenamtlichen Einheit zu bleiben.
Centuriones Soldaten, die nachdem Dienst in den Legionen, den Vigiles (Nachtwachen) oder den städtischen Kohorten in die Prätorianergarde wechselten
Tribunes Diese Offiziere aus den Legionen, üblicherweise aus der Ritterklasse, befehligten eine Kohorte; Centurios konnten ca. selten zu dem Tribun aufsteigen
Procuratores Ein Rang bei den Kavalleristen
Praefecti Der höchste Rang in der Prätorianergarde, der Befehlshaber der Vigiles und der städtischen Kohorten


Moderner Gebrauch des Begriffs

Umgangssprachlich bezeichnet man mit "Prätorianergarde" eine exklusive Gruppe in dem Umfeld mächtiger Personen (Politiker, Wirtschaftsführer), auch in dem nichtmilitärischen Sinn.

Literatur

  • Hans Dieter Stöver: Die Prätorianer: Kaisermacher - Kaisermörder. Verlag Langen Müller, München 1994. ISBN 3-7844-2519-4


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